Wissen

Im März 2024 reisten wir erneut nach Portugal, um unsere langjährigen Produzenten für Strick- und Webstoffe zu besuchen. Portugal ist für uns nicht nur ein Land voller Landschaften und Genuss, sondern ein zentraler Knotenpunkt hochwertiger Textilproduktion – geprägt von Familienunternehmen, technischer Expertise und einem starken Bewusstsein für Qualität und Nachhaltigkeit.

Portugal zählt seit vielen Jahrzehnten zu den wichtigsten Standorten der europäischen Textilindustrie. Die von uns besuchten Betriebe sind familiengeführt und verbinden handwerkliche Tradition mit moderner Technologie. Diese besondere Mischung war in jedem Gespräch spürbar: eine offene, herzliche Atmosphäre, gepaart mit tiefem Fachwissen und einer großen Leidenschaft für Textilien. Genau diese Haltung ist für uns entscheidend, wenn es um langfristige Partnerschaften geht.

Neben dem intensiven Austausch hatten wir die Möglichkeit, die Produktionsstätten aus nächster Nähe zu besichtigen. Dabei konnten wir Schritt für Schritt nachvollziehen, wie Strick- und Webstoffe entstehen – Prozesse, die Tradition und Innovation auf beeindruckende Weise vereinen.

Ein besonderes Highlight war die Rundstrickmaschine. Diese Technologie ermöglicht die Herstellung nahtloser Stoffröhren und hat die Produktion von Strickstoffen grundlegend verändert. Die Maschine arbeitet mit kreisförmig angeordneten Nadeln, die in präziser Abfolge Schlaufen ineinanderziehen. So entstehen unterschiedlichste Strickbilder und Texturen – von feinen Jerseys bis hin zu schwereren, strukturierten Qualitäten. Ein technisch komplexer Vorgang, dessen Ergebnis dennoch erstaunlich leicht und flexibel wirkt.

Im Gegensatz dazu steht die Webmaschine, die mit zwei Fadensystemen arbeitet: Kett- und Schussfäden werden rechtwinklig miteinander verwoben, um flache Stoffe zu erzeugen. Moderne Webmaschinen sind heute in der Lage, eine enorme Bandbreite an Stoffen mit unterschiedlichen Gewichten, Mustern und Oberflächen herzustellen. Die hohe Präzision und Geschwindigkeit dieser Maschinen ermöglichen komplexe Designs bei gleichbleibender Qualität – und sorgten bei unserem Besuch für sichtbare Begeisterung.

Ein weiterer zentraler Bestandteil der Produktion sind die Färbetrommeln. Sie gewährleisten eine gleichmäßige und tiefgehende Färbung der Stoffe. Während des Prozesses rotieren Stoffe und Farblösung gemeinsam in der Trommel, sodass jeder Bereich des Materials gleichmäßig benetzt wird. Temperatur und Dauer werden exakt gesteuert, um die gewünschte Farbtiefe und Beständigkeit zu erreichen – abhängig von Material und Einsatzbereich des Stoffes.

Auch im Bereich Energieversorgung zeigten die Betriebe großes Engagement. Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Produktionshallen liefern einen erheblichen Teil des benötigten Stroms. Die gewonnene Solarenergie wird direkt in den Produktionsprozessen eingesetzt, reduziert den Einsatz fossiler Energieträger und senkt die CO₂-Emissionen deutlich. Für die Unternehmen bedeutet das langfristig geringere Energiekosten – und für die Umwelt einen wichtigen Schritt in Richtung nachhaltiger Textilproduktion.

Fazit

Unsere Reise nach Portugal war geprägt von inspirierenden Begegnungen, technischem Know-how und einem klaren Bekenntnis zu verantwortungsvoller Produktion. Sie hat uns erneut gezeigt, wie wichtig enge Partnerschaften, Transparenz und nachhaltige Entscheidungen in der Textilindustrie sind. Mit vielen neuen Eindrücken im Gepäck freuen wir uns schon jetzt darauf, bald wieder nach Portugal zurückzukehren.