In diesem Editorial gibt Daniel von WASNI Einblick in eine inklusive Modeproduktion, faire Lieferketten und ein Geschäftsmodell, das bewusst hinterfragt, was in der Textilindustrie als „normal“ gilt – und warum die Zusammenarbeit mit Lebenskleidung dafür zentral ist.

Stell dich doch bitte einmal kurz vor.

Ich bin Daniel, der Gründer und Inhaber von WASNI, einer inklusiven Hoodie-Manufaktur in Esslingen. WASNI steht für unser Firmenmotto „Wenn Anders Sein Normal Ist“. Als Unternehmen des ersten Arbeitsmarktes arbeiten bei uns Menschen mit und ohne Behinderung zu gleichen Teilen gemeinsam. Wir fertigen Hoodies, Sweater, Pullis und Jacken individuell gestaltet. Farben und alle Elemente können frei bestimmt werden – wir passen jedes Teil auf Wunsch genau an die Maße und Bedürfnisse unserer Kund*innen an.

Seit wann gibt es deine Brand und seit wann arbeitest du mit Lebenskleidung?

Wir gehen jetzt ins 10. Jahr unseres Bestehens. Angefangen haben wir 2015 zu dritt, inzwischen arbeiten rund 17 Mitarbeitende bei WASNI und wir nähen etwa 7.000 Hoodies pro Jahr. Von Beginn an arbeiten wir eng mit Lebenskleidung zusammen.

Wie funktioniert euer Businessmodell und warum macht genau dieses Modell für dich Sinn?

Wir kaufen unsere Stoffe entweder direkt beim Hersteller oder über Lebenskleidung, je nach Auswahl und Verfügbarkeit. Kund*innen wählen Farben und Stoffe aus dem Lebenskleidung-Sortiment. Die Produktion erfolgt auf Bestellung, die Abrechnung läuft über Lebenskleidung. Das ermöglicht uns ein sehr flexibles, nachhaltiges Arbeiten. Etwa 80 % unserer Stoffmengen beziehen wir direkt aus Portugal, zusätzlich gibt es Farben, die speziell für uns produziert werden.

Welche Vorteile hast du dadurch?

Wir können auch kleinere Mengen direkt beim Hersteller bestellen und profitieren gleichzeitig vom Know-how und der Kapazität von Lebenskleidung – zum Beispiel bei Lieferantenauswahl, Qualitätssicherung oder Zertifizierungen. Wir arbeiten nicht in einer klassischen Lieferanten-Kunden-Beziehung, sondern auf Augenhöhe als Partner. Durch die Direktlieferungen entfallen Zwischenlagerungen, was auch finanziell Vorteile bringt.

Welche Transformation hat deine Brand durchgemacht und wie kann Lebenskleidung euch künftig noch besser unterstützen?

Unser unternehmerischer Kern ist inklusive Arbeit. Wir zeigen, dass Menschen mit und ohne Behinderung im sozialversicherungspflichtigen ersten Arbeitsmarkt gleichberechtigt zusammenarbeiten können. Gleichzeitig sehen wir unsere Verantwortung, auch ökologisch weiterzugehen. Nachhaltigkeit in der Produktion ist für uns selbstverständlich, aber wir möchten unsere Stoffauswahl noch konsequenter weiterentwickeln. Lebenskleidung unterstützt uns dabei, neue Stoffe zu finden, Trends und Innovationen aufzuspüren und gemeinsam nachhaltige Lösungen voranzutreiben.

Mehr über unsere Arbeit mit Produzent*innen und nachhaltigen Lieferketten findest du hier.

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