Eines der Pionierprojekte, mit denen wir seit vielen Jahren zusammenarbeiten, ist Cotonea und die ugandische Bio-Baumwolle, die das Unternehmen verarbeitet. Ein Großteil unserer Webstoffe basiert auf genau dieser hochwertigen Baumwolle. Die Qualität der Materialien und die Tiefe der Zusammenarbeit machen diese Kooperation zu einem zentralen Bestandteil unseres Sortiments.
Bereits 2017 waren wir gemeinsam mit Cotonea in Uganda und konnten uns vor Ort ein Bild von den Baumwollfeldern und der lokalen Ginnery machen. Über die Jahre hinweg folgten zudem regelmäßige Besuche am Hauptstandort von Cotonea in Bempflingen sowie in der tschechischen Weberei. Dabei konnten wir vom umfangreichen Wissens- und Erfahrungsschatz des Unternehmens profitieren – und dieses Wissen wiederum an euch weitergeben.
Neben den geteilten Werten und Visionen sind es vor allem die Stoffe selbst, die uns von Anfang an überzeugt haben. Maßgeblich für die hohe Qualität sind das Rohmaterial, der Auskämmungsgrad der Fasern sowie die spätere Verarbeitung. Beim Auskämmen der Baumwolle werden nicht nur die üblichen kurzen Fasern entfernt, sondern ein deutlich höherer Anteil. Dadurch entsteht ein Garn aus langstapeligen Fasern, das die Grundlage für besonders hochwertige und langlebige Stoffe bildet.
Ein höherer Auskämmungsgrad führt zu feineren, gleichmäßigeren Garnen mit glatter Oberfläche und konstantem Durchmesser. Gleichzeitig enthalten gut ausgekämmte Garne weniger Unreinheiten und kurze Fasern, was sie widerstandsfähiger und langlebiger macht. Diese Eigenschaften sind besonders wichtig für Produkte, die im Alltag stark beansprucht werden – etwa Bettwäsche oder Heimtextilien. Kurz gesagt: Webstoffe aus ugandischer Bio-Baumwolle von Cotonea stehen für Qualität, Verlässlichkeit und nachhaltige Langlebigkeit.
Die Bio-Baumwolle stammt aus Projekten wie der Gulu Agricultural Development Company (GADC), die seit 2009 mit rund 80.000 Kleinbauern in Norduganda zusammenarbeitet. Ziel ist Hilfe zur Selbsthilfe: Durch Schulungen, faire Abnahmebedingungen und langfristige Partnerschaften wird nachhaltiger Bio-Baumwollanbau gefördert und wirtschaftliche Perspektiven geschaffen.
Die Reise der Baumwolle beginnt bei den Kleinbauern und führt über Entkernung, Auskämmung und Garnherstellung bis hin zum fertigen Stoff. Dieser komplexe Prozess garantiert eine gleichbleibend hohe Qualität und eine transparente Lieferkette. Gleichzeitig leistet das Projekt einen wichtigen Beitrag zum Wiederaufbau einer Region, die lange vom Bürgerkrieg geprägt war, und eröffnet den Bauern neue Zukunftschancen.
Durch den Verzicht auf Monokulturen und den Einsatz vielfältiger Anbaumethoden wird zudem die Umwelt geschützt und die Bodenfruchtbarkeit verbessert. Diese Form des Wirtschaftens ist tief in lokalen Traditionen verankert und zugleich CO₂-neutral – im Gegensatz zu konventionellem Baumwollanbau mit Kunstdüngern.
Ein weiterer zentraler Aspekt ist der faire Handel. Die Bauern erhalten faire Preise für ihre Ernte und können in Bildung, Gesundheit und Infrastruktur investieren. Die organisierte Kooperation verschafft ihnen Zugang zu Wissen, Ressourcen und globalen Märkten. Die Reaktivierung der lokalen Ginnery durch die GADC spielt dabei eine Schlüsselrolle und ermöglicht einen Zero-Waste-Kreislauf vom Feld bis zum Weltmarkt.
Die Webstoffe aus ugandischer Bio-Baumwolle tragen das Fair For Life Siegel, das wir besonders schätzen. Es geht über das GOTS-Siegel hinaus, da es die gesamte Lieferkette abdeckt – vom Baumwollanbau bis zum fertigen Stoff. Damit stellt es sicher, dass ökologische und soziale Standards durchgängig eingehalten werden.