Mehr Transparenz, mehr Nachfragen, mehr Wissen: Mit diesem Vorsatz sind wir ins Jahr 2019 gestartet – und haben ihn direkt in die Tat umgesetzt. Für uns hieß das, genauer hinzuschauen, Verantwortung zu übernehmen und auch vermeintliche Kleinigkeiten ernst zu nehmen. Genau deshalb haben wir uns mit Mandy Geddert getroffen – der Frau hinter den Gummibändern, die Ihr seit Mai 2018 bei uns im Shop findet.
Immer wieder erreichten uns Fragen zur Sicherheit der Bänder, insbesondere im Einsatz bei Kinderspielzeug. Der Zeitpunkt hätte kaum besser sein können: Mandy hatte ihre Gummibänder gerade umfassend testen lassen – nach den strengen europäischen Spielzeugnormen.
Spielzeugnorm – ein Begriff, den viele kennen, den aber nur wenige wirklich greifen können. Für Mandy wurde er konkret, als Spielzeughersteller – vor allem aus dem Puppenbereich – auf sie zukamen. Gesucht wurden Gummibänder, die schwermetallarm und nitrosaminfrei sind und somit auch für Babys und Kleinkinder unter 36 Monaten geeignet wären.
Gerade für diese Altersgruppe gelten besonders strenge Anforderungen. Babys und Kleinkinder nehmen Spielzeuge bestimmungsgemäß in den Mund. Beim Nagen und Speicheln können kleinste Bestandteile in den Körper gelangen. Bestimmte Stoffe, insbesondere Nitrosamine, gelten bereits in sehr geringen Mengen als krebserregend – entsprechend niedrig sind die gesetzlichen Grenzwerte.
Bis zu diesem Zeitpunkt war Mandy das Thema Nitrosamine selbst noch nicht begegnet. Mithilfe von Nadja Lüders, Spezialistin für Spielzeugnormen, begann sie zu recherchieren – und entschied sich schließlich, ihre Gummibänder testen zu lassen, um genau zu wissen, welche Inhaltsstoffe enthalten sind.Nitrosamine entstehen unter anderem bei der Herstellung von Kautschuk. Dort werden aminhaltige Chemikalien eingesetzt, die sich im Produktionsprozess zu Nitrosaminen umwandeln können. Zusätzlich gibt es sogenannte N-nitrosierbare Substanzen, die sich erst im sauren Milieu des Magens in Nitrosamine umwandeln können – ein Risiko, das insbesondere bei Kleinkindern relevant ist.Für die Tests reichte Mandy pro Gummiband jeweils 25 Gramm Material ein. Die Prüfung auf Schwermetalle simuliert mithilfe künstlichen Magensafts die Löslichkeit von Stoffen, die nach dem Verschlucken in den Körper gelangen könnten. Dieses Verfahren nennt sich Migrationsprüfung. Die gelösten Stoffe werden gemessen und anhand der europäischen Norm EN 71-3 bewertet.
Die Prüfung auf Nitrosamine und nitrosierbare Stoffe erfolgt mit einer Speichellösung. Die textilummantelten Gummischnüre werden mehrere Stunden bei etwa 40 °C gelagert, anschließend analysiert und nach DIN EN 71-12 bewertet. Allein dieser Prüfvorgang dauert rund zehn Tage.
Getestet wurde auf eine Vielzahl an Schwermetallen – darunter Blei, Nickel, Quecksilber, Cadmium, Chrom und Zink – sowie auf Nitrosamine und deren Vorstufen. Das Ergebnis: Alle Werte lagen deutlich unter den gesetzlichen Grenzwerten. Besonders relevant sind diese Normen für Spielzeuge und Babyartikel, die in den Mund genommen werden können. Während professionelle Spielzeughersteller mit diesen Vorgaben sehr vertraut sind, ist es für viele Zulieferer – wie auch für Mandy – ein Prozess des Lernens und der kontinuierlichen Weiterbildung.
Fazit
Die Tests zeigen: Transparenz entsteht nicht durch Versprechen, sondern durch Nachfragen, Prüfen und Offenlegen. Dass Mandys Gummibänder die strengen Anforderungen der Spielzeugnormen erfüllen, gibt nicht nur uns, sondern auch Euch zusätzliche Sicherheit – besonders dort, wo Materialien mit den sensibelsten Nutzer*innen in Berührung kommen.
Für uns ist klar: Verantwortung endet nicht beim Stoff, sondern schließt jedes Detail mit ein. Und genau deshalb schauen wir weiter hinter die Kulissen. 💚